Kategorie: Moormanagement / Umsetzung auf: Ehemahligen Torfabbauflächen 

Maßnahmen auf ehemahligen Torfabbauflächen

In den drei Hochmooren sollen auf ehemaligen industriellen Torfabbauflächen die unzureichenden Wiedervernässungsmaßnahmen der Instandsetzung nach dem Torfabbau entscheidend verbessert werden.

Ziel sind hochmoortypische Wasserstände mit geringen Schwankungs-Amplituden im Jahresverlauf. Dies soll eine weitere Zersetzung des verbliebenen Torfes unterbinden und zu einer Ausbreitung der hochmoortypischen Torfmoose führen und schließlich neuen Torf akkumulieren.

Eine Wiederherstellungsverpflichtung der ehemaligen Torfabbauunternehmen greift nicht mehr, da die entsprechenden Torfwerke bereits nicht mehr existieren und abgewickelt sind.

 

Für ehemalige Handtorfstichareale, die sich geringfügig am Rand alter Abtorfungsflächen befinden, gab es nie eine Wiederherstellungsverpflichtung. Eine erfolgreiche Wiedervernässung berücksichtigt jedoch auch diese Bereiche. Die aus gewachsenem Torf bestehenden Abfuhrbänke können gut in die vorgesehenen Verwallungen integriert werden.

Links oben: Der Bagger mit Baumschere kneift die Birken einzeln ab. Links unten: Schlepper mit Forstmulchgerät zerkleinert Birken und kleine Wurzelteller. Rechts: Der Bagger setzt Torf, der von einer Moorraupe herangeschoben wird, zu einem Damm auf. Erste Tormoose zeigen kurze Zeit später den Erfolg der Maßnahmen.

Typische Arbeiten sind in zwei Maßnahmenpaketen gebündelt: Vorbereitende Gehölzarbeiten nehmen den Bewuchs zurück. Jüngere Bäume werden oftmals mit einem Forstmulcher entfernt während größere Bäume von einem Bagger mit Baumschere abgeschnitten werden. Soweit die Befahrbarkeit gegeben ist wird anfallendes Material von der Moorfläche abtransportiert.

Das zweite Maßnahmenpaket sind Erdarbeiten. Dabei handelt es sich um Maßnahmen zur aktiven Stabilisierung und Erhöhung der Wasserstände durch die Instandsetzung alter Grabenstaupunkte, die Instandsetzung alter Verwallungen oder deren neue Erstellung und das Verfüllen von Gräben oder einzelnen Abschnitten um die Wasserzügigkeit zu unterbinden. Zu den Erdarbeiten zählt auch das Abschrägen alter Torfstichkanten.

Mit Bagger und Baumschere oder in Handarbeit mit Motorsäge werden Gehölze dicht über dem Boden abgeschnitten, Stamm- und Astmaterial von der Fläche geräumt. Ggf. werden die verbleibenden Baumstubben mit einem Forstmulcher mindestens bodeneben herunter gefräst.
Die Gehölze werden auf der Fläche mit einem Forstmulcher zerkleinert. Je nach Beschaffenheit der Gehölze und Befahrbarkeit der Flächen kommen hierfür Forstmulchgeräte als Anbau an Schlepper, Pistenraupe oder Kettenbagger mit Moorlaufwerk zum Einsatz.
Die Verwallungen/Dämme werden aus anstehendem Material (meist stark zersetztem Torf) neu erstellt. Die Verwallungen werden mittels Lasertechnik höhengenau eingebaut.
Die Entwässerungsgräben werden mit anstehendem Material (meist stark zersetzter Torf) verfüllt. Ggf. wird der Torf nicht auf ganzer Länge des Grabens bis zur Geländeoberkante, sondern abschnittsweise eingebaut. Bei dieser Bauweise entstehen längliche Senken, in denen sich temporär Wasser sammeln kann (Grabenteilverfüllung). Bei diesen Varianten wird die Funktion des Grabens vollständig aufgehoben.

 

Beispiel Forstmulcharbeiten
Oben: Vor Maßnahmenumsetzung. Unten: Nach erfolgreichem Abschluß die forstgemulchte Fläche.

Beispiel Gräben verfüllen
Oben: Vor Maßnahmenumsetzung. Unten: Nach erfolgreichem Abschluß der verschlossene Graben.