Kategorie: Moormanagement / Umsetzung auf: Heile-Haut-Flächen 

Maßnahmen auf „Heile-Haut-Flächen“

Moorheide im Neustädter Moor mit kleinem Erosionskomplex.

„Heile-Haut-Flächen“ sind die wertvollsten Flächen der Hochmoore und sie kommen bei weitem nicht in allen Hochmooren vor. Im Neustädter Moor gibt es einen großen „Heile-Haut-Bereich“. Die Mooroberfläche wurde jedoch nie angetastet, d.h. die Flächen wurden nicht abgetorft und ihre charakteristische kleinräumige Vegetationsstruktur ist Rückzugsgebiet vieler Arten, die ausschließlich im Hochmoor vorkommen. „Heile-Haut-Flächen“ sind auch die Samenbank/Quellen bei der Wiederbesiedlung zuvor abgetorfter Moorflächen in der Nachbarschaft.

Hochmoortypische Pflanzenarten bilden ein kleinteiliges Mosaik und ihre Zusammensetzung hat sich im Laufe der Jahrtausende erst in den vergangenen Jahrhunderten leicht verändert. Eine Beeinträchtigung hat durch benachbarte industrielle Abtorfung stattgefunden, was eine Schwächung der natürlichen Hochmoorflächen zur Folge hatte. Hohe Nährstoffeinträge (vor allem Stickstoff) aus der Luft haben ihr Übriges dazu beigetragen.

Die Moorwasserstände der „Heile-Haut-Flächen“ sind also durch umliegende ehemalige Abtorfungsflächen, ob bäuerlicher Handtorfstiche oder industrielle Abtorfung, negativ beeinflusst. Sie sollen durch innovative Maßnahmen stabilisiert und auf ein hochmoortypischeres Niveau angehoben werden.

Weitere Maßnahmen dienen dem Erhalt und der Verbesserung der hochmoortypischen Artenvielfalt. Durch suboptimale Wasserstände können Birkensämlinge keinem und sich zu Jungbirken entwickeln. Vereinzelt wachsen auch Kiefern auf. Diese aufgelaufenen Gehölze werden mit unterschiedlichen Maßnahmen entfernt.

Die Pilotmaßnahme Spundwandeinbau findet ebenfalls auf Heile-Haut-Flächen und deren Rand statt.

Die Vegetation einschließlich der Jungbirken/-kiefen wird mit einem geeigneten Gerät abgeschlegelt und das anfallende Mulchmaterial von der Fläche transportiert. Je nach Befahrbarkeit der Fläche werden die Arbeiten mit einem Anbaugerät am Schlepper oder Pistenraupe umgesetzt.
Die Jungbirken/-kiefern werden in Handarbeit mit der Motorsense teilw. auch Motorsäge tief abgeschnitten und von der Schnittfläche geräumt. Je nach Dichte und Größe des Gehölzbewuchses werden die Jungbirken/-kiefern zusammengetragen und von der Maßnahmenfläche transportiert und ggf. gehäckselt. Die Maßnahme gewährleistet eine größtmögliche Schonung von vorhandenen wertvollen Vegetationsstrukturen.
In ehemaligen bäuerlichen Handtorfstichen sind auf Schwingrasen Verbuschungen aufgelaufen, die entfernt werden sollen. Das anfallende Material wird in den Offenwasserbereichen des gleichen oder benachbarten Handtorfstichs versenkt oder seitlich in Haufen gelagert bzw. gehäckselt und abgefahren.
Vorhandene Grabenstaupunkte, die durch Sackung und Oxidation nicht mehr die alte Wasserstandsanhebung gewährleisten, werden aus anstehendem Material ausgebessert. Mitgesackte und z.T. defekte Rohrüberläufe werden hinsichtlich ihrer Funktion überprüft und ggf. den notwendigen Wasserstandsgegebenheiten angepasst.
Die Verwallungen/Dämme werden aus anstehendem Material (meist stark zersetzter Torf) instandgesetzt und mittels Lasertechnik höhengenau aufgesetzt.
Die Verwallungen/Dämme werden aus anstehendem Material neu aufgesetzt. Durch Lasertechnik ist ein höhengenauer Einbau sichergestellt.